Au! Then! Ti! Zi! Tät!

Gestern war ich Gast bei der wunderschönen Frischfleisch-Soirée im Dresdner Barockviertel und las in einem tropfenden Keller unter einer Fleischerei neben Zauberern, Seifenblasenkünstlern und Liedermachern ein paar meiner Texte. Dass der “Fleischhauer”, der die Veranstaltung mit Essen versorgte, ein waschechter Salzburger ist und mich zu Veranstaltungen der Sächisch-Österreichischen Gesellschaft (alter, wtf??? oO) eingeladen hat, ist nochmal eine andere Geschichte. Jedenfalls habe ich da ein Experiment gewagt: Das Publikum schrieb mir seine Lieblingswörter auf Karteikarten und ich machte daraus bis zu meinem Auftritt einen Text. Das war für mich das erste Mal, ich wusste nicht, wie das laufen würde, doch das Publikum war sehr freundlich zu meiner spontanen, trashigen Schöpfung. Aber mal ehrlich, wie hätte sie auch anders werden können, bei Worten wie “Katzenkratzbaumverkäufer” oder “Wichsbarde”… 🙂 Sie sind auch hier nochmal hervorgehoben. Und jetzt, let’s Trash!

Au! Then! Ti! Zi! Tät!
(Eine Mär von Sex und unfreiwilligen Organspenden)

Ich erinner mich well,
Es war im Insektenhotel.
Wir rieben unsre Fremdkörper aneinander.
Du meine Rohrdommel, ich dein Xerxes,
Aus den Boxen gröhlte lauthals Frank Zander.
Wir wollten so echt sein,
Ich wollte dein Hecht sein,
Du meine liebe Kunigunde.
So drehten wir uns im Bett und auch
Auf dem Einrad Runde um Runde.
Wir waren das geilste Pärchen im Lande,
Jeder im Schlumpfdorf kannte uns.
Wir waren der Inbegriff der
Au! Then! Ti! Zi! Tät!
Erfüllt war uns dieser Wunsch.
Der Wald, der flüsterte, als wir uns
Auf der Lichtung die Brüste (mit Öl) einrieben,
Ad libitum wälzten wir uns im Gras,
Die Sprache an Schönheit liquide.
Doch wir vergaßen die boshafte Schlumpfdorftyrannin,
Die tonnenschwere Schmitzebilla,
Die jahrtausendelang keine Liebe erfuhr,
Der Neid dampft aus ihrer Villa.
Man erzählte sich von Rache
Die Schmitzebilla plante,
Sie wollte auch die
Au! Then! Ti! Zi! Tät! erleben.
Keiner von uns ahnte…
Wir erholten uns eines Morgens vom allnächtlichen Liebesspiel, das wir bis zum Vogelgesang betrieben, lösten am Frühstückstisch Sudokus, wobei wir uns die Zahlen erotisch ins Ohr flüsterten. Danach gingen wir frisch geduscht auf die Straße und verspürten auf einmal das Bedürfnis, einen Katzenkratzbaum zu kaufen, den wir auf kreative Weise die darauffolgende Nacht einsetzen wollten. Nur rudimentär war uns beiden ein Laden bekannt, in dem wir unser extravagantes Spielzeug ergattern könnten. Was wir noch nicht wussten: die garstige Schmitzebilla hatte sich in unerklärlicher Voraussicht und voller Schadenfreude als Katzenkratzbaumverkäufer getarnt.
“Ihr Muckelchen“, rief sie uns zu, als wir den Laden betraten, “eine Ehre, euch zu meinen Kinden zu zählen. Ihr sprüht wahrlich vor Authentizität. Gerne schenke ich euch diesen Pussy-Scratch-9000, wenn ihr mich auf ein Bier einladet.”
Sie grinste gerissen, fast subversiv,
Wir waren blauäugig
Und nahmen das Angebot an,
Doch Rache ist bitter
Und Schmitzebilla kriegte uns mit K.O.-Tropfen dran.
Die Sicht um uns schwand,
Wir hielten uns bei der Hand,
Wurden ohnmächtig nach zwei Bieren.
Die ‘billa, das Biest, nahm Skalpell
Und Tupfer und klaute uns unsere Nieren.
Und die Moral von der Geschicht: Sex allein macht nicht authentisch, denn Milch macht müde Männer aggro.

Gezeichnet, ihr
Erich von Däniken, genannt “Wichsbarde

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s